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Mit Graf Franz I. kommt die Elfenbeinschnitzkunst in den Odenwald.

Filigrane Figuren wie diese Elfen zeugen von der hohen Handwerkskunst der Odenwälder Schnitzer.

Mit Graf Franz I. kommt die Elfenbeinschnitzkunst in den Odenwald.

Graf Franz I. zu Erbach-Erbach führte im 18. Jahrhundert die Elfenbeinschnitzerei im Odenwald ein, um die wirtschaftlichen Chancen für seine strukturschwache Grafschaft durch neue Verdienstmöglichkeiten zu erhöhen. Gleichzeitig knüpfte er damit an die in der Region bereits vorhandene Tradition des Horn- und Holzdrehens an. 1783 übergab er einen neuen Zunftbrief für die Holz- und Horndreher von Erbach. Richtig etablieren konnte sich das Elfenbeinhandwerk allerdings erst unter seinem Enkel Eberhard XV. (1818 – 1884).

Das 19. Jahrhundert bringt erste wirtschaftliche Erfolge.

Die Jagdbrosche des Erbacher Schnitzers Ernst Kehrer wird zum oft kopierten Motiv.

Das 19. Jahrhundert bringt erste wirtschaftliche Erfolge.

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts sorgen die „Jagdbroschen“ des Schnitzers Ernst Kehrer für Aufsehen. Sie zeigen Tiermotive in Rocaille-Umrahmungen. Dieses Motiv wurde nicht nur von den anderen Erbacher Schnitzern, sondern auch von Schnitzern in ganz Deutschland übernommen. Die Jagdbroschen führten zu ersten wirtschaftlichen Erfolgen und einem zunehmenden Bekanntheitsgrad der Erbacher Elfenbeinschnitzkunst.

Die "Erbacher Rose" wird Ende des 19. Jahrhunderts zum Verkaufsschlager.

Die von Friedrich Hartmann eingeführte Rose wird zum beliebten Erbacher Motiv.

Die "Erbacher Rose" wird Ende des 19. Jahrhunderts zum Verkaufsschlager.

Den Durchbruch für die Erbacher Elfenbeinschnitzerei brachte dann das durch Friedrich Hartmann eingeführte Motiv der Solitärrose, einer einzelnen, nach der Natur geschnitzten Rose. Mit diesem Motiv beteiligte sich ein Kollektiv von Elfenbeinschnitzern aus Erbach und Michelstadt an der Wiener Weltausstellung 1873, wofür es eine Verdienstmedaille erhielt. Die „Erbacher Rose“ wurde zum Verkaufsschlager. Während der „Rosenzeit“ zu Ausgang des 19. Jahrhunderts lebten davon 50 selbständige Meister mit 150 Gesellen und Lehrlingen in Erbach und Michelstadt.

Die Elfenbeinschnitzerei war lange Zeit Erbachs wichtigster Wirtschaftszweig.

Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war die Elfenbeinschnitzerei Erbachs wichtigste Erwerbsquelle.

Die Elfenbeinschnitzerei war lange Zeit Erbachs wichtigster Wirtschaftszweig.

Nach dem Abflauen des „Rosentrends“ entstand mit den Handbroschen ein neuer Modetrend. Ihr Motiv wurde von dem Erbacher Schnitzer Philipp Willmann entwickelt. Die große Nachfrage an Erbacher Elfenbeinschnitzereien führte zu einer starken Produktionstätigkeit, die geradezu fabrikmäßig betrieben wurde. Daneben gab es aber auch weiterhin Einzelstücke von Künstlern mit besonderem Anspruch. Trotz mehrerer Krisenzeiten, vor allem in der Zeit des Ersten Weltkriegs, blieb die Elfenbeinschnitzerei bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts Haupterwerbsquelle in Erbach.

Kontakt

Deutsches Elfenbeinmuseum

Schloss Erbach

Schlosshof (Alter Bau) Marktplatz 7

64711 Erbach

Tel: 06062-809360

Fax: 06062-8093615

E-Mail: info@schloss-erbach.de

Internet: www.elfenbeinmuseum.de